{"id":79,"date":"2012-02-12T23:57:48","date_gmt":"2012-02-12T22:57:48","guid":{"rendered":"http:\/\/suerken.net\/?p=79"},"modified":"2013-08-20T19:19:25","modified_gmt":"2013-08-20T18:19:25","slug":"human-requiem-waltz-bewegt-den-rundfunkchor-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/suerken.net\/?p=79","title":{"rendered":"Human Requiem &#8211; Waltz bewegt den Rundfunkchor Berlin"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\">Was soll nach John Neumeiers durchtanzte Deutungen der klassischen Chorwerke noch kommen? Szenisches von Sasha Waltz. Um es gleich vorweg zu schreiben: ich schreibe nach dem erleben des Human Requiem voreingenommen. Das Projekt klingt banal: Brahms Schlachtross der Chorsinfonik zu \u201everk\u00f6rperlichen\u201c um es dann <strong><a title=\"Human Requiem\" href=\"http:\/\/www.rundfunkchor-berlin.de\/content\/e43\/e224\/index_ger.html?ACTION_OPASCALENDAR=displayEvent&amp;eventId=35646&amp;eStart=20.00&amp;eDom=roc&amp;oy:int=2011&amp;year:int=2012&amp;eDate=2012.02.12&amp;month:int=02\">Human Requiem<\/a><\/strong> zu nennen.<span>\u00a0 <\/span>Was f\u00fcr eine Vereinnahmung. Kleiner ging es nicht? Nur, wenn man den Allgemeinpl\u00e4tzen folgen w\u00fcrde, doch die gab es nicht.<\/p>\n<p>Und nun beginnt die Zwickm\u00fchle. Wie berichten ohne zu viel zu verraten?<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Musikalisch wird das Werk auf hohem Niveau musiziert. Statt der Orchesterfassung wird eine Klavierfassung zu vier H\u00e4nden dargeboten. (Wie es scheint, keine der bekannten)<span>\u00a0 <\/span>Der Rundfunkchor Berlin zeigt was er hat. Und er hat! Bedingt durch die szenische Darstellung (hier Verk\u00f6rperlichung genannt) und der Verteilung im Raum war es m\u00f6glich die einzelnen S\u00e4nger als das zuh\u00f6ren was sie sind: Stimmk\u00fcnstler die einem Werk dienen und trotzdem im Ensemble Individuen bleiben.<span>\u00a0 <\/span>M\u00f6glich wird dies durch einen lohnenden Trick. Im Raum des Radialssystems finden sich Zuh\u00f6rer (besser: Spielpartner und Statisten) und S\u00e4nger ein, ohne zuvor in ihrer Rolle erkennbar zu sein. Erst nach dem Einsatz des Chores festigt sich die Zuordnung. Nie waren wahrscheinlich die H\u00f6renden so gut in den Klang eines Chores integriert wie hier. Damit nimmt eine packende Dramaturgie ihren Lauf, die einen 80 Minuten nicht mehr aus ihrem Bann entl\u00e4sst.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Unabh\u00e4ngig davon ob man dem kompositorischen Wert oder der spirituellen Komponente den Vorzug gibt. Hier wurde es eins. Dabei ist die Lesart keineswegs eine christlich missionarische sondern eher die der menschlichen Erfahrungswelt. Besser des Menschseins im edelsten Sinn. Orientiert an den kraftvollen Texten lebt die Utopie des H\u00f6heren auf.<span>\u00a0 <\/span>Diese Leistung geht auf die Sichtweise von Waltz zur\u00fcck. Genau in dem Ma\u00dfe wie das Deutsche Requiem von Brahms keine \u201eTotenmesse\u201c ist,<span>\u00a0 <\/span>beweist die szenische Umsetzung , das zum Menschsein <span>\u00a0<\/span>die Tiefen des Gl\u00fccks schon in den Fragen liegen k\u00f6nnen, f\u00fcr deren Antwort wir so gerne die Bibeltext als Verbindlich annehmen m\u00f6chten.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Der Dank des Abends geht zu allererst an jeden einzelnen S\u00e4nger des Chores. Was muss es f\u00fcr ein Weg von einem Rundfunkchor mit beamten\u00e4hnlichen Strukturen der Nachwendezeit zu dieser gezeigten Leistung gewesen sein. So facettenreich wird das Gemeinschaftsgut Rundfunkchor Zukunft haben.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Dieser Abend war etwas sehr besonderes. Wie zu h\u00f6ren ist, soll diese au\u00dferordentlich begl\u00fcckende Produktion im n\u00e4chsten Jahr erneut zur Auff\u00fchrung kommen. F\u00fcr die Tickets w\u00fcrde ich einiges bieten.<\/span><\/p>\n<h2>Sonntag, 12. Februar 2012 20:00 <strong>Konzert<\/strong><br \/>\nRadialsystem V Halle<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.rundfunkchor-berlin.de\/content\/e43\/e224\/index_ger.html?ACTION_OPASCALENDAR=displayEvent&amp;eventId=35646&amp;eStart=20.00&amp;eDom=roc&amp;oy:int=2011&amp;year:int=2012&amp;eDate=2012.02.12&amp;month:int=02\"><span class=\"wCName\">Johannes Brahms \u2013 <\/span> &#8222;Ein deutsches Requiem&#8220;<\/a><\/strong><br \/>\nf\u00fcr Soli, Chor und Klavier zu vier H\u00e4nden<\/p>\n<ul class=\"eventArtists\">\n<li class=\"norm\"><strong>Marlis Petersen<\/strong>, Sopran<\/li>\n<li class=\"norm\"><strong>Konrad Jarnot<\/strong>, Bariton<\/li>\n<li class=\"norm\"><strong>Phillip Moll<\/strong>, Klavier<\/li>\n<li class=\"norm\"><strong>Philip Mayers<\/strong>, Klavier<\/li>\n<li class=\"norm\">Rundfunkchor Berlin<\/li>\n<li class=\"norm\"><strong>Simon Halsey &#8211; Dirigent<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was soll nach John Neumeiers durchtanzte Deutungen der klassischen Chorwerke noch kommen? 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